Day of Infamy

Day of Infamy wurde bereits am 23. März 2017 von New World Interactive veröffentlicht und thematisiert den zweiten Weltkrieg. Anlässlich des zweijährigen Jubiläums am 23. März 2019 schauen wir uns nochmals den strategischen Ego-Shooter an und vergleichen ihn mit aktuelleren Titeln im gleichen Setting.

Hierbei ist nicht nur der Name, sondern auch das Gameplay relativ ähnlich zum Half-Life mod und späteren eigenem Spiel Day of Defeat bzw. Day of Defeat: Source. Mit insgesamt 9 verschiedenen Soldateneinheiten werden verschiedene Missionen auf kleineren Infanterieschlachtfeldern gespielt. Jede Einheit hat einzigartige Fähigkeiten. Ein Offizier kann beispielsweise mithilfe des Funkers Luftschläge oder Nebelwände anfordern. Sämtliches Equipment wiegt allerdings auch, wodurch man sich beim Ausrüsten beispielsweise auf viel Munition oder Equipment spezialisieren muss.

Hierbei gibt es jedoch nur zwei Teams: Alliierte und Deutsche, welche auf 14 verschiedenen Schlachtfeldern gegeneinander kämpfen. Hierbei überzeugt vorallem das Sounddesign.

Unterdrückungsfeuer, Bomber und Stukas wirken sehr bedrohlich, und wenn man sie hört, ist es meistens schon zu spät, um Deckung zu suchen. Hinzukommen die Schritte und Kampfgeschreie der Gegner. Jeder falsche Schritt oder auch nur ein kurzes Spähen kann meistens das Ende bedeuten. Auf einen Killfeed oder sonstigen HUD-Anzeigen wird bewusst verzichtet. Es gibt beispielsweise auch keine Anzeige über die restlichen im Magazin geladenen Patronen. Lediglich die Anzahl der Reservemagazine wird angezeigt. Bis zum Rundenende bzw. Tod gibt es keine K/D-Anzeige und man weiß beispielsweise nicht, ob man den Gegner durch die Nebelwand trifft. Ebenfalls gibt es keinen globalen, sondern nur einen lokalen Voicechat. Man kann also nur über kurze Distanzen mit dem Team kommunizieren, wenn kein Funker da ist. Im Gegensatz zu anderen modernen Ego-Shootern wird man in Day of Infamy häufig als Kanonenfutter enden, wenn man planlos über das Schlachtfeld läuft oder ohne das eigene Team in gegnerische Gebiete vorstößt. Eine HP-Leiste gibt es ebenfalls nicht. Die meisten Treffer sind tödlich und auf eine HP-Regeneration wurde verzichtet. Die Munition ist sehr knapp und kann nur an Munitionskisten aufgefüllt werden. Häufig muss man also die Waffen der gefallenen eigenen oder feindlichen Soldaten aufheben und einen wahren Überlebenskampf standhalten.

Hierdurch entsteht eine bessere Immersion in den zweiten Weltkrieg als in aktuelleren Titeln wie Battlefield V. Hinzu kommt eine sehr modifizierungsfreundliche Umgebung durch den Steam Workshop. So gibt es beispielsweise einen eigenen ersten Weltkrieg Mod, welcher von der Day of Infamy Steam Community erstellt wurde und 4 weitere Level enthält. Auch weitere Mods, die die Immersion und den Realismus steigern, sind im Steam Workshop kostenlos verfügbar. Insgesamt bietet Day of Infamy eine sehr realistische Schlacht, wenn auch der Einstieg für Spieler anderer Ego-Shooter eine sehr steile Lernkurve mit sich bringt und anfangs sehr frustrierend sein kann. Angesichts des Preis-Leistungs-Verhältnisses im Vergleich zu AAA-Spielen und der wunderschönen Grafik, welche keineswegs in zwei Jahren gealtert ist, bietet Day of Infamy eine sehr gute Immersion in die Rolle des Frontsoldaten und überzeugt durch viel besseres Gunplay als in Battlefield V, da nicht 4-5 Treffer notwendig sind und die Waffen fairer ausbalanciert wurden.