GPD Win Rev. 2.5

Der GPD Win Rev. 2.5 ist ein Handheld ähnlicher Computer, der am 26. April 2016 mit mittlerweile 719000 Dollar sein Finanzierungsziel auf Indiegogo erreichte und damit auch offiziell zum Verkauf angeboten wird. Geliefert wird der GPD Win zusammen verschiedenen Kabeln: Dazu gehören ein Mini-HDMI Kabel, mit dem sich der GPD Win an einen normalen Monitor anschließen lassen kann, ein USB-C Kabel, mit dem sich der GPD Win laden lassen kann. Des Weiteren bekommt der Kunde zwei Netzteile, die allerdings beide nicht für europäische Steckdosen geeignet sind. Es befand sich zwar ein Adapter in dem Paket, aber auch dieser ist nicht für unsere Steckdosen gedacht. Daher musste ich auf alternative Lademöglichkeiten zurückgreifen, was den Gesamteindruck des Produktes etwas trübt und es unnötig schlechter macht als es eigentlich ist. Zudem befanden sich noch Kopfhörer in dem Paket, welche aber absolut nicht der Rede wert sind. Sie klingen nicht wirklich gut und sollten daher nicht benutzt werden. Außerdem befindet sich noch eine Schutzfolie für den Bildschirm im Paket.

Die Installation gestaltete sich auch schwieriger als gedacht. Windows war zwar schon vollständig installiert und einsatzbereit, aber trotzdem hatte das Gerät anfangs etwas Probleme mit der Steuerung der Maus, weshalb ich ihn dann auch komplett zurückgesetzt hab. Mittlerweile funktioniert das Gerät aber einwandfrei und ist voll funktionsfähig. Wer allerdings sein Windows komplett neu installieren möchte, sollte sich lieber die Anleitung angucken, die dem Gerät beiliegt. Da stehen auch viele kleinere Tricks, wie der Nutzer sein Windows noch optimieren kann (Zum Beispiel wie Cortana deaktiviert werden kann).

Nun zum Gerät selber: Der GPD Win ist ein Windows 10 Computer mit einem Intel Atom Quad-Core Z87500 als CPU und einer Intel HD Graphics als GPU. Zudem besitzt es 4GB DDR3 Arbeitsspeicher und 64GB internen Speicher. Dies entspricht einem etwas älteren Office-Computer und ist daher nicht so leistungsstark wie ein aktueller Rechner. Der Bildschirm besteht aus einem 5,5″ 1280×720 IPS-Panel mit kapazitivem Touch und Gorilla-Glas, welches für die Größe vollkommen ausreicht. Der Akku ist mit 6700mAh auch groß genug um 5-8 Stunden durchzuhalten. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass der Ladevorgang im Vergleich zu aktuellen Smartphones eine Ewigkeit braucht. Daher ist es auch ratsam den Akku, wenn er vollständig entladen ist, über die Nacht aufzuladen.

Ferner besitzt das Gerät viele Anschlussmöglichkeiten. Neben einen USB 3.0 Anschluss für normale USB-Geräte besitzt der GPD Win einen Mini-HDMI Anschluss, einen USB-C Anschluss sowie eine 3,5mm Buchse für gängige Headsets und Bluetooth 4.0. Außerdem lässt sich der interne Speicher des GPD Win mittels einer Mirko-SD Karte aufrüsten.

Nun zu den Eingabemöglichkeiten: Der GPD Win besitzt eine kleine QWERTY-Tastatur, sowie ein “Gamepad“ mit jeweils vier Schultertasten. Das “Gamepad“ besteht dabei aus zwei analogen Sticks sowie einem DPad und 4 normalen Buttons, wie man es auch von normalen Controllern kennt. Der Nutzer kann dann für das “Gamepad“ zwischen 3 verschiedenen Modi wechseln. Zum einen kann der rechte Analogstick als Maus bedient werden, wodurch die linken Schultertasten als linker Mausklick und die rechten als rechter Mausklick fungieren. Zum anderen gibt es auch die Möglichkeit es als Controller anzuschließen, wodurch man die Wahl zwischen Directinput und Xinput besitzt. Xinput ist dabei der Standard, wie auch XBOX-Controller angeschlossen werden und Directinput ist je nach Treiber und Spiel etwas komplizierter aber auch besser. Hierbei ist es vom Spiel abhängig welchen Modi man benutzt. Bisher bin ich mit Xinput durchgekommen, da die alle Spiele, die ich getestet hab, eine Controllerunterstützung besitzen.

Zunächst zu den negativen Punkten, die mir persönlich aufgefallen sind: Die Audioqualität des Gerätes klingt echt nicht gut. Wer also besonderen Wert auf die Audioqualität legt, sollte sich zum Gerät bessere Kopfhörer kaufen, da auch der eingebaute Lautsprecher nicht wirklich gut klingt. Zum anderen wäre da der kleine Bildschirm, mit dem kleine Texte schwer zu lesen sind. Wer also viel lesen will, sollte entweder das zu Lesende größer machen (z.B über den Zoom einer Website) oder die Bildschirmlupe von Windows selbst verwenden. Auch die kleine Tastatur ist kaum der Rede wert, da sie für normale Zwecke viel zu klein und unhandlich ist. Aber nun zu den positiven Punkten des Geräts: Sämtliche aktuellen Indie-Spiele (zum Beispiel The Binding of Isaac oder Stardew Valley) aber auch ältere Klassiker wie Portal lassen sich ohne bemerkbare Probleme spielen. Auch Spiele die einen Emulator benötigen wie A Link to the Past lassen sich ohne Probleme spielen und machen dank des eingebauten “Gamepads“ sehr großen Spaß. Auch die Größe des Gerätes ist einfach großartig. Da es der Größe eines Nintendo 3DSXL entspricht kann, ich es ohne Mühe überall hin mitnehmen und dank dem großen Akku auch lange benutzen. Gerade für die tägliche Zugfahrt ist es angenehmer ein kleines Gerät zu benutzen als ein größeres. Auch die Verarbeitung hat mich positiv überrascht, wobei sich die Schultertasten etwas billig anfühlen.

Im Großen und Ganzen bin ich persönlich mit dem Gerät sehr zufrieden. Gerade für mich ist es perfekt, da ich damit nun die lange Zugfahrt vielleicht sinnvoller nutzen kann als nur irgendwelche Handygames zu spielen. Allerdings wird das produktive Arbeiten damit relativ schwer, da die Tastatur fürs erste sehr unhandlich bleibt. Fürs Spielen von alten Klassikern und neueren Indiespielen ist es dennoch perfekt geeignet und macht teilweise mehr Spaß als am normalen PC. Wer also bereits über eine umfangreiche Sammlung von Spielen verfügt, könnte sich das Gerät zumindest mal angucken. Ansonsten ist die Nintendo Switch oder ein ganz normaler Laptop vielleicht die bessere Wahl. Mit 350 Euro ist das Gerät nämlich nicht ganz billig und auch nicht wirklich lohnenswert, wenn das Interesse an diesem nicht wirklich da ist.

Link zum Produkt: https://www.dragonbox.de/de/571-gpd-win-rev-25-z8750-aluminium-deckel-handhelds-4260416651807.html