Resident Evil 4 Review

Was fällt jedem älteren bei Resident Evil ein? Genau: Horror, Survival, Panzer Steuerung, Zombies und feste Kamera. Nun, für Resident Evil 4 hat sich Capcom etwas neues einfallen lassen.

Resident Evil 4 hat nun schon einige Jahre auf dem Kasten. Am 11 Januar 2005 ist das gute Stück erschienen und wurde seitdem auch Remastered und hat nette HD-Texturen bekommen. Wieso so ein altes Spiel ausbuddeln und dazu eine Meinung äußern? Am 25.01.2019, besser gesagt in einer Woche, kommt das lang erwartete Remake von Resident Evil 2 raus in dem Leon Scott Kennedy seinen ersten Auftritt in der Reihe hatte. Auch in Resident Evil 4 tritt er nun wieder auf. Aber genug von der Einleitung, lasst uns in die Materie des Spiels eintauchen.

Leon Scott Kennedy wurde eine wichtige Mission erteilt: Er solle die Tochter des Präsidenten retten die entführt wurde. Dafür reist Leon nach Spanien um sich auf die Suche nach der Tochter, Ashley Graham zu machen. Kaum schaut man sich in der fremden Umgebung um, schon hat man es mit einem eigenartigen Bewohner zutun: Das was man früher als „Zombies“ kannte. Allerdings sind diese Zombies von normalem Bewohner nicht unterscheidbar. Die Bewohner sind lediglich von einem Parasiten, dem „Las Plagas“ befallen. Bei dem Bewohner handelt es sich um die Sekte „Los Illuminados“ die sich die Tochter des Präsidenten geschnappt haben um Einfluss und Geld zu erhalten. Diese Los Illuminados spritzen sich Larven des oben genannten „Las Plagas“ um übernatürliche Kräfte zu erhalten. Zum Teil endet dies auch in ausgeprägten Mutationen. Sehr schwache Story, sehr trashig, sehr Resident Evil. Von der Idee zumindest.

Leon S. Kennedy

Aber gehen wir weiter zu dem Gameplay des Spieles. Das Spiel revolutionierte die Resident Evil Reihe und vermutlich auch viele Spiele, die mit 3rd Person arbeiten. Ob es eine gute Veränderung für die Reihe war, darum streiten sich bis heute die Fans. Von dem Zombiehorror ist nämlich nicht mehr viel übrig geblieben. Weniger Horror, mehr Action. Das Spiel spielt sich wie ein 3rd Person Shooter, allerdings mit der recht eigenartigen Abänderung, dass man entweder schießen oder laufen kann. Nicht beides gleichzeitig. Wieso dies ein großen Kritikpunkt darstellen kann, dazu kommen wir später. Außerdem besitzt man einen Koffer, das Inventar, wenn man so will, in dem man sich seine Munition, Waffen etc. so sortieren muss, dass wirklich alles in den Koffer passt. Interessantes Inventarsystem, welches man bis Dato noch nicht gesehen hat. Dazu gibt es Geld, welches man im Spiel findet womit man sich neue Waffen, Schatzkarten usw. kaufen kann. Dies sorgt für eine Abwechslung, da es wirklich eine Menge verschiedener Waffen gibt, die sich auch individuell anpassen lassen. Gezielt wird nicht mit Zielfernkreuz, sondern lediglich mit einem Laserpointer, der von der Waffe ausgeht. Dies macht das Zielen am Anfang ungewohnt. Spannend sind die Schätze, die sich im Spielverlauf sammeln lassen. Oft muss man für diese kleine Rätsel lösen und man kann diese Schätze auch untereinander kombinieren, um einen höheren Verkaufswert zu erzielen.

Hier sieht man, wie sich das Zielen in Resident Evil 4 verhält

Den Großteil der Zeit verbringt man aber damit sich mehr oder weniger durch die Menge zu schießen, wobei die Atmosphäre des Spieles so etwas wie Angst und Horror vermitteln soll. Das funktioniert mal mehr, mal weniger. Es gibt in der Tat einige Stellen, die wirklich angst einflößend sind. An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen. Außerdem hat man oft auch Munitionsknappheit, wenn man diese nicht sparsam einteilt. Dies kann oft zu einer leichten Panik führen, wenn auf einmal eine Horde an Gegner einen stürmen. Wenn man aber mal Probleme mit der Schwierigkeit hat, gibt es ein Feature in Resident Evil 4 welches es in kaum einem Spiel gibt, nicht einmal in den heutigen. Es ist ein adaptiver Schwierigkeitsgrad. Egal welcher Schwierigkeitsgrad ausgewählt wurde, das Spiel passt sich mehr oder weniger deiner Leistung an. Stirbst du sehr oft, bekommst du mehr Munition, weniger Gegner erscheinen, etc. Spielst du sehr gut, ist das Gegenteil der Fall. Dazu kommt, dass sich die Schwierigkeitsgrade signifikant unterscheiden. Auf einfach werden beispielsweise ganze Passagen übersprungen und auf Schwer erscheinen ganz andere Gegner als es auf Normal der Fall ist. Im Großen und Ganzen ist der Schwierigkeitsgrad „Normal“ ziemlich moderat und man kommt gut durch ohne gelangweilt oder sich zu gefordert zu fühlen.

Leon im Kampf gegen die Sekte

Ein weiteres Gameplay Element das Resident Evil 4 revolutioniert hat: QTE’s. Oder ausgeschrieben: „Quick Time Events“. Davon wimmelt es in diesem Spiel. In vielen der Cutscene’s kann man nicht entspannt den Controller zur Seite legen, da man sich immer auf mögliche Quick Time Events vorbereiten muss. Auch im normalen Spielverlauf begegnen sie einen immer wieder.

Manche hassen sie, manche mögen sie: QTE

Die Leute die Resident Evil 4 wissen genau was jetzt kommt. Irgendwann hat man schließlich die Tochter, Ashley gerettet, aber damit ist die Sache noch lange nicht erledigt. Ashley begleitet einen das ganze Spiel über und ständig hört man ein „LEEEEON, HEEEELP“, und schon muss man ihr zur Hilfe eilen. Dazu kommt noch, dass sie sich ab und zu mal einen im Weg stellt, sodass man sie aus versehen anschießt und stirbt. Es ist einfach super nervig und man freut sich, wenn sie mal ein Kapitel nicht dabei ist.

Leon muss, wie so oft, Ashley zur Hilfe eilen

Den letzten Punkt, den ich in Sachen Gameplay erörtern möchte sind die Boss Kämpfe. Die Boss Kämpfe in Resident Evil 4 wirken immer sehr übertrieben und brutal. Dies hat den Grund, da sich der Großteil der Bosse brutal mutieren lassen, welches meist (k)ein schöner Anblick ist. Die Bosskämpfe sind ziemlich abwechslungsreich gestaltet, aber im Endeffekt muss man nur eine Schwachstelle finden und diese beschießen, bis das Monster tot umkippt. Dabei gibt es allerdings hier und da ein paar Ausnahmen.

Ein bedrohlicher Gegner den sich Leon stellen muss

Damit dürften alle relevanten Gameplay Features erwähnt worden sein und wir gehen weiter zu der Darstellung des Spiels. Grafisch technisch ist das Spiel natürlich nicht mehr vergleichbar mit dem was heute zu sehen ist, aber ich finde das die Grafik relativ gut gealtert ist. Was aber noch viel besser gealtert ist, sind die Cutscenes des Spiels. Diese sind wirklich sehr gut gemacht, die Sprecher sind authentisch und auch die Choreographie wirkt sehr sauber und abwechslungsreich. Es gibt viele Szenen, in denen sich Leon ein 1 vs 1 Kampf gegen Gegner liefert und diese sind echt schön anzuschauen. Der stärkste Punkt ist aber meiner Meinung nach, die Atmosphäre. Das Spiel wirkt authentisch. Die Bewohner leben ein „normales“ Leben. Man sieht in der Ferne wie einer Heu aufgabelt, man sieht die Kühe und Hühner, es steht Essen auf den Tischen, Bilder die ein wenig die Ortschaft zeigen an denen man auch später vorbeikommt: Es scheint einfach so als würden die Gegner nicht einfach auf einen warten, sondern die bewegen sich wirklich.

Jetzt fehlt nur noch meine eigene Meinung, also das „Fazit“. Ich habe versucht so objektiv wie möglich die Gameplay Elemente, etc. zu schildern, damit sich jeder bis hier hin ein eigenes Bild von dem Spiel machen konnte. Und jetzt kommen wir zu meinen Plus bzw. Minus Punkten des Spiels.

Positive Punkte:

  • Es bietet eine lange Spielzeit für ein 3rd Person Horror Shooter (ungefähr 20 Stunden)
  • Die Charaktere wirken authentisch
  • Gute Atmosphäre, manchmal kommt sogar ein wenig Horror rüber
  • Spannende Cutscenes, spannende Bosskämpfe
  • Angenehmer Schwierigkeitsgrad
  • Hoher Wiederspiel wert aufgrund von verschiedenen Belohnungen die sich nach verschiedenem Durchspielen freischalten
  • Gameplay ist gut abgerundet. Nicht zu viel Story und nicht zu viele Spiel Passagen

Negative Punkte

  • Schlechte Story
  • Gameplay ist sehr schlecht gealtert. Keiner will entweder schießen oder nachladen
  • Partner (Ashley) nervt extrem
  • Teilweise zu aufgezogen (trashig) was die Story und Bosse angeht
  • Einige Stellen an denen die „Ballerpassagen“ zu viel werden
  • Wenig Horror in einem Spiel, dessen Reihe, für Horror bekannt war

Wenn ich meine Gedanken zu dem Spiel in einem Satz ausdrücken möchte, wäre er folgender: „Die für mich perfekte Mischung aus Action und Horror, ein Muss für Leute, die gerne 3rd Person Shooter mit ein wenig Horror Atmosphäre vereinen wollen.“