Super Smash Bros Ultimate

4 Jahre ist es nun her, seitdem wir das letzte Mal ein neues Smash gesehen haben. Und wie ich mich auf diesen Teil gefreut habe: Angefangen mit den ersten Trailern, bis hin zur Ankündigung darüber, dass sämtliche Charaktere aus allen Smash Teilen dabei sind, stieg meine persönliche Freude über das Spiel immer höher. Und als dann die Ankündigung kam, dass es einen Abenteuer Modus gibt, war ich komplett überzeugt. Nun sind einige Wochen vergangen, wo ich dieses Spiel ausgiebig gespielt habe und meine Meinung über das Spiel hat sich in der Zeit gewaltig geändert. Also, was ist nun aus dem gehypetesten Spiel 2018 geworden und konnte mich es komplett überzeugen?

Das Gameplay von Super Smash Bros Ultimate ist recht schnell erklärt: Auf Arenen (Stages) kloppen sich bis zu acht Charaktere, die aus den unterschiedlichsten Spielen aus dem Nintendo Universum (und auch aus anderen Universen) kommen, solange bis sie aus der Arena fliegen. Der der übrig bleibt, gewinnt. Damit allerdings andere rausgekickt werden können, müssen diese zunächst genug Schaden gesammelt haben. Dafür wird die Prozent-Anzeige (unten im Bild) verwendet. Dabei gilt: Je mehr Prozent ein Charakter hat, desto leichter fliegt er von der Stage. Um nun die Prozentanzeige des Gegners in die Höhe zu treiben, gibt es diverse Angriffe: Zunächst gibt es den normalen Angriff, den Spezial Angriff und den Smash Angriff, der besonders viel Schaden austeilt. Außerdem kann man Gegner greifen, sowie selbst einen Schild benutzen, der allerdings entweder mit der Zeit oder mit Attacken des Gegners abnimmt. Sollte der Schild komplett aufgebraucht sein ist der Spieler für eine kurze Zeit paralysiert, was in Kämpfen besonders schwerwiegend sein kann. Grundsätzlich gilt hier: easy to learn, hard to master (Leicht zu Lernen, schwer zu Meistern). Sprich: Jeder, aber wirklich jeder, kann sich einfach einen Controller schnappen und direkt losspielen. Allerdings können sich auch Profis von den anderen abheben und bestimmte Kombos oder Techniken aneignen, um noch besser spielen zu können.

Kommen wir nun zunächst zu den Charakteren. In Super Smash Bros Ultimate gibt es insgesamt 74 Charaktere. Zunächst könnte man denken, dass 74 Charaktere nicht nur eine ganze Menge ist, sondern auch eine große Vielfalt bietet, aber das ist nur bedingt der Fall. Klar bieten so viele Charaktere eine gewisse Abwechslung, wenn man aber bedenkt, dass zum Beispiel der Charakter Link aus The Legend of Zelda nun Dreimal vertreten ist (Als normaler Link, als Toon-Link und als Young Link), kommt die hohe Zahl doch einem etwas komisch vor. Und tatsächlich haben einige Charaktere ihre eigenen Klone (Mario -> Dr. Mario, Samus -> Dark Samus, etc.). Dafür wurden zwar die Echo Charaktere, die praktischerweise eine andere Version des eigentlichen Charakters darstellen, eingeführt, jedoch besitzen viele „Klone“ ihren eigenen Charakter Platz was ich gar nicht nachvollziehen kann. Klar, die „Klone“ spielen sich leicht anders, aber meiner Meinung nach nicht anders genug als das man denen einen eigenen Platz geben sollte. Dadurch reduziert sich zwar die Anzahl der verschiedenen Charaktere, aber es bleiben doch noch recht viele Verschiedene übrig und so ist wirklich für jeden Spieler was dabei. Auch im neusten Teil des Ablegers wurden allerdings auch ein paar neue Charaktere hinzugefügt, die sich recht erfrischend spielen, jedoch das Spiel nicht komplett verändern. Also so, wie es sein sollte

Bei den Stages sieht es jedoch anders aus. Zwar gibt es jede Stage aus vergangenen Smash Spielen, aber es gibt bisher keine neuen Stages (Sollte sich jedoch mit den DLCs ändern). Dafür ist jede Stage poliert und aufgehübscht worden und das merkt man sofort. Die Optik auf einigen Stages hat mich wirklich beeindruckt.

Wo wir gerade bei der Optik der Stages waren, bleiben wir doch direkt dabei. Die Optik des Spieles ist mal wieder grandios: Ob es die Charaktere, die Stages oder die wenigen Zwischenszenen sind, die das Spiel besitzt. Super Smash Bros Ultimate ist ein durch und durch schönes Spiel, welches wirklich seines gleichen sucht und hier wurde wirklich Detailarbeit geleistet.

Nun zu dem Abenteuer Modus „World of Light“ und einer der größten Schwächen des Spieles: Der Singleplayer Umfang. Denn World of Light bietet meiner Meinung nach kein gesteigerten Mehrwert. Zur Erklärung: Mit Super Smash Bros Ultimate wurden die sogenannten Geister eingeführt. Diese fungieren praktisch als kleine Upgrades für die Kämpfer, da man jeden mit einem Geist und mehreren Sub-Geistern ausrüsten kann. Mag ja sein, dass es auch nette Details sind, da jeder Geist auch aus irgendeinem Franchise kommt und das es verdammt viele Geister gibt, aber ich finde das Feature komplett unnötig, da ich fernab vom Abenteuer Modus und von den Geister Modi diese nicht benutze und auch nicht benutzen werde, da wenn ich Smash mit anderen spiele, wir nie die Geister benutzen. Vor allem wenn ich mit anderen spiele, die noch nie ein Smash vorher gespielt haben beziehungsweise nur die älteren Teile gespielt haben. Daher beschränkt sich die Nutzung der Geister auf den Singleplayer und dort wirken die wie Konfetti: „Je mehr desto besser für die Optik, aber die Arbeit das aufzuräumen ist dafür umso größer“. Nun zu World of Light, dessen einziger Sinn daraus besteht, sämtliche Charaktere freizuschalten, indem der Spieler auf einer Overworld zu den verschiedenen Spots geht und kämpft. Kämpfen ist hier das Stichwort, denn ansonsten macht man in dem Modus auch nichts anderes. Wo vergangene Spiele auf Abwechslung gesetzt haben, setzt World of Light auf pures Abfarmen der Charaktere und Geister, die ebenfalls in der Welt verstreut sind. Das einzig Positive an dem Modus sind die verschiedenen Bosse, die sich auf der Map verstecken. Schade das es nicht so viele sind und schade das sie die Story des Spieles nicht retten, denn ja: World of Light besitzt eine kleine Hintergrundgeschichte, die sich allerdings kaum abhebt. Während auch hier der Wii-Ableger Super Smash Bros Brawl auf verschiedene Charaktere mit verschiedenen kleineren Geschichten setzte, macht World of Light das Ganze definitiv schlechter. Nur der Soundtrack ist besser, auch wenn meiner Meinung nach nichts an die Musik beim Kampf des letzten Bosses aus Brawl rankommt.

Fernab vom Abenteuer Modus gibt es allerdings nicht mehr viel zum Singleplayer zu sagen. Während die Vorgänger auf abwechslungsreiche Modi gesetzt haben bietet Ultimate nur noch die Geistertafel und die Klassik Modus, der allerdings auch leicht abgewandelt wurde. Die Geistertafel ist dazu da neue Geister freizuschalten und ist daher nicht weiter der Rede wert. Da haben die Vorgänger deutlich mehr und bessere Modi für den Singleplayer gehabt.

Die Multiplayer Modi haben sich auch, wenn überhaupt, leicht verschlimmert. Hier vermisse ich nur einen Modus aus Brawl, wo ich mit jemand anderem ein Sandsack Weitwurf machen konnte. Ansonsten gibt es nur den Smash Modus, der aus den klassischen Kämpfen besteht. Was demgegenüber jedoch verbessert wurde, ist die Erstellung eigener Regeln. Jeder kann seine eigenen Regeln (Versuche, Zeit, Items, etc.) einstellen und speichern. Des Weiteren gibt es auch einen Turnier Modus, der auch gut funktioniert. Allerdings alles nur lokal…

Über den Online Modus von Super Smash Bros Ultimate möchte ich gar nichts sagen, da dieser wirklich schlecht ist. Dank Nintendos „Server sind für uns Neuland“-Philosophie funktioniert das Kämpfen mal so gar nicht. Es lagt relativ oft und das obwohl ich eigentlich eine gute Verbindung besitze. Des Weiteren finde ich das Arena System, wo andere einem zugucken können während man selbst spielt eigentlich gut, wenn man die Charaktere innerhalb der Arena ändern könnte und man nicht ständig diese verlassen muss, um seine Spielweise zu ändern. Außerdem verstehe ich nicht wie man für so ein schlechtes Online System auch noch monatlich (bzw. jährlich) bezahlen sollte. Bei anderen Spielen verstehen ich das noch, aber bisher jedes Spiel von Nintendo setzt nicht mal auf gute Server, geschweige denn überhaupt auf Server, da die Verbindung Peer-to-Peer ist (Sprich: Spieler zu Spieler). Das macht zwar bei Smash durchaus Sinn, aber dann sollte das auch vernünftig umgesetzt werden.

Neben den Kämpfen gibt es auch noch die Musiksammlung, wo viele Tracks aus verschiedenen Spielen gespeichert werden. Diese können, wie auf einem MP3-Player, abgespielt werden. Jedoch müssen die erst alle freigeschaltet werden, was mich zu einem weiteren negativen Punkt führt. Jeder muss erst alle Charaktere, sowie Tracks freischalten, was bei der Anzahl der Charaktere unglaublich nervig sein kann.

Was bleibt mir abschließend zum neusten Smash Teil zu sagen? Ich bin irgendwo enttäuscht: Einerseits, weil es nicht dem Namen „Ultimate“ gerecht wird. Dafür fehlen einfach zu viele Modi, die die Vorgänger besaßen und so dem Spieler, der das ab und an auch allein spielt, mehr Motivation gaben. Der Abenteuer Modus war eine Qual, die selbst durch den geschickten Einsatz von Fanservice, nicht weniger schlimm wurde. Die Geister sind meiner Meinung nach keine sinnvolle Neuerung, da diese nicht wirklich im klassische Gameplay Fuß fassen können.

Fern ab von den Punkten sollte eine Sache nicht außer Acht gelassen werden. Es ist als Multiplayer Spiel eines der besten Spiele für die Switch, welches bisher erscheinen ist. Es macht immer wieder Spaß mit anderen das Spiel zu spielen und sich weiter zu verbessern. Daher ist es schwierig hier eine eindeutige Empfehlung für das Spiel auszusprechen: Wer nur an dem Multiplayer interessiert ist, kann bedenkenlos zuschlagen. Wer allerdings das beste Smash Bros, welches jemals erschienen ist, erwartet hat, wird gnadenlos enttäuscht. Dafür haben die Vorgänger es in einigen Punkten viel besser gemacht.

PROCONTRA
Vielfalt der Charaktere/ArenenOnline Modus
Gameplay Abenteuer Modus
Optik Geringer Singeplayer Content
Multiplayer Fehlende Vielfalt am Anfang des Spieles
GESAMTEINDRUCK
Teils gut, teils weniger gut
SpielSuper Smash Bros Ultimate
PlattformenNintendo Switch
GenrePrügelspiel
PublisherNintendo
EntwicklerNintendo
Altersfreigabeab 12